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Sind Vliese oder diffusionsoffene Folien regelgerechte Lösungen für Schnee- und Regenschutz?

In den letzten Jahren und verstärkt in den letzten Monaten, ist es häufig vor allem beim Ausbau von Dachgeschossen zu Feuchtschäden aufgrund von Kondensatbildung gekommen, da man die Notwendigkeit der Hinterlüftung nicht richtig einschätzte.

Des Weiteren wurden und werden oftmals Produkte insbesondere zur Entlüftung eingesetzt, die definitiv gegen das Regelwerk des ZVDH verstoßen, da die Lüftungsöffnungen zum Schutz gegen Treibschnee mit einem Vlies oder diffusionsoffener Folie VERSCHLOSSEN sind. Kein Hersteller von diesen Materialien gibt Zusagen über den freien Lüftungsquerschnitt. Dadurch kann keine fachgerechte Abführung von auftretender Feuchtigkeit mehr stattfinden, wodurch die o. g. Schäden entstehen, die meistens erst durch den Auftritt der schädlichen Schimmelpilze entdeckt werden.

Das Regelwerk des ZVDH äußert sich im Merkblatt „Wärmeschutz bei Dach und Wand“.

Warum ist eine funktionierende Durchlüftung zwischen Dämmung und Eindeckung so wichtig?

Die Lüftungsebene zwischen Unterdach und Dachdeckung ist verantwortlich für den Abtransport ausdiffundierender Feuchtigkeit z.B. aus der Unterkonstruktion.

Desweiteren ermöglicht die fachgerechte Durchlüftung einen verbesserten sommerlichen Wärmeschutz. Diese wichtigen Funktionen werden außer Kraft gesetzt, wenn die Zuluftöffnungen im Traufbereich, sowie die Abluftöffnungen im First-, Grat- oder Kehlbereich unterdimensioniert oder durch Vliese oder ähnliches verschlossen sind.

Als Folge mangelnder Durchlüftung werden vorhandene Feuchtigkeit wie Baufeuchte oder nasses Holz und ggf. Gebrauchsfeuchte nicht abgeführt - Konsequenz: Schimmelbildung! Zudem ist der sommerliche Wärmeschutz ungenügend und der Dachraum heizt sich zusätzlich auf.

Was ist zu tun bei befürchtetem Schneeeintrieb im Entlüftungsbereich?

Vorausgesetzt es wurde richtig be- und entlüftet, tritt diese Problematik fast ausschließlich bei Gebäuden auf, die nicht bis in die First gedämmt sind, da bei solchen Dachkonstruktionen die Strömungsgeschwindigkeit bei Eintritt in den „Spitzboden“ verringert wird. Damit erfolgt der Abtransport von Feuchtigkeit langsamer und Flugschnee kann bei extremen Witterungsbedingungen eindringen.

Dafür gibt es eine einfache und preiswerte Lösung:

Montieren Sie unterhalb der Sparren, Folien oder ähnliches dergestalt, dass der notwendige „Lüftungskanal“ erhalten bleibt.

Ergebnis:
Die Strömungsgeschwindigkeit bleibt erhalten. Flugschnee gelangt, wenn er aufgrund des wesentlich höheren Gegendrucks überhaupt eindringen kann, nur in die Hinterlüftung – nicht mehr auf den Spitzboden – und wird dort wieder herausgeweht bzw. getrocknet. Sie brauchen keine Lüftungsprodukte einzusetzen, die nach dem Regelwerk nicht zugelassen sind und möglicherweise zu Regressforderungen führen.  

Fazit Ein dauerhaft funktionierendes Steildach mit hochwertigem Unterdachaufbau erfordert von Dachdeckern handwerklich anspruchsvolle Arbeit. Vor allem die Detaillösungen müssen fachtechnisch und regelkonform ausgeführt werden, um vor Regressansprüchen geschützt zu sein.
 
 

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